Energy Partners sichert 22 Millionen Euro für Solaranlagen an Industriestandorten
Die Energy Partners GmbH hat mit der Kommunalkredit eine Portfolio-Rahmenfinanzierung über 22 Millionen Euro abgeschlossen. Der Ende Juli 2026 unterzeichnete Vertrag dient der Finanzierung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern an rund 20 Industrie- und Gewerbestandorten in Deutschland. Das erste Portfolio umfasst Projekte mit mehr als 40 Megawatt. Eine Erweiterungsoption von bis zu 20 Millionen Euro sieht weitere 40 MWp vor. Für die beteiligten Unternehmen soll daraus eine langfristig planbare Stromversorgung aus Anlagen auf dem eigenen Betriebsgelände entstehen.
Ein Finanzierungsrahmen für rund 20 Standorte
Kommunalkredit ist alleinige Finanzgeberin des Portfolios und trägt damit das gesamte Risiko der ersten Tranche. Die Projekte im ersten Schritt bringen zusammen mehr als 40 Megawatt Leistung. Energy Partners will Unternehmen an ihren Standorten mit lokal erzeugtem Solarstrom versorgen und ihnen zugleich ermöglichen, ihren Eigenverbrauch flexibler zu steuern. Erzeugung und Verbrauch rücken damit räumlich zusammen, was den Anteil des direkt vor Ort genutzten Stroms erhöhen soll.
Über das anfängliche Volumen von rund 22 Millionen Euro hinaus enthält die Vereinbarung eine Erweiterungsoption von bis zu 20 Millionen Euro für weitere 40 MWp. Damit kann Energy Partners künftig zusätzliche geeignete Anlagen in denselben Finanzierungsrahmen aufnehmen, ohne für jedes Vorhaben eine eigene Vertragsstruktur zu verhandeln. In der Summe ergibt sich ein mögliches Finanzierungsvolumen von bis zu 42 Millionen Euro. Die standardisierte Struktur soll die Finanzierung und Umsetzung der einzelnen Projekte beschleunigen.
Michael Gröger, kaufmännischer Leiter der Energy Partners GmbH, benennt den praktischen Effekt. Die Portfolio-Rahmenfinanzierung erlaube es dem Unternehmen, einzelne Anlagen standardisiert und in kurzer Zeit zu finanzieren, statt jedes Projekt einzeln zu strukturieren. Diese Geschwindigkeit gebe Energy Partners nach seinen Worten direkt an seine Kunden weiter, als planbare, kostengünstige und CO2-optimierte Stromversorgung. Die Erweiterungsoption um bis zu 20 Millionen Euro zeige, dass der Rahmen mit dem Unternehmen mitwächst.
Speicher hinter dem Netzanschlusspunkt
Energy Partners entwickelt, errichtet und betreibt Photovoltaikanlagen an Industrie- und Gewerbestandorten. Zusammen mit Batteriespeichern soll daraus eine Energieinfrastruktur entstehen, die Erzeugung und Verbrauch vor Ort besser aufeinander abstimmt. Die Speicher sitzen hinter dem Netzanschlusspunkt und werden deshalb als Behind-the-Meter-Speicher bezeichnet. Sie nehmen überschüssigen Solarstrom auf und stellen ihn bei Bedarf wieder bereit. Dadurch steigt der Anteil des Stroms, der direkt am Standort genutzt wird, und die Versorgung wird nach Darstellung des Unternehmens flexibler.
Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Energiemanagementsystem EP-Sherpa von Energy Partners. Es vernetzt Photovoltaikanlage und Batteriespeicher und stimmt Erzeugung, Speicherung und Verbrauch aufeinander ab. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich damit Energieflüsse optimieren, Lastspitzen reduzieren und vorhandene Netzanschlusskapazitäten effizienter nutzen. Das Ergebnis beschreibt Energy Partners als integrierte Infrastruktur für die Erzeugung, Speicherung und bedarfsgerechte Nutzung von Energie am jeweiligen Standort.
Gemietete Flächen und langfristige Stromlieferverträge
Energy Partners mietet geeignete Dachflächen und Flächen für Batteriespeicher an und hält die Anlagen über Projektgesellschaften im eigenen Bestand. Die Anlagen gehören damit nicht den Unternehmen am Standort, sondern dem Betreiber. Die MaxSolar GmbH, Muttergesellschaft von Energy Partners, ist Partner für die Errichtung sowie für Wartung und Service der Anlagen. Der erzeugte Strom wird überwiegend über langfristige On-site-Power-Purchase-Agreements, kurz PPAs, an die Unternehmen oder gewerblichen Mieter am jeweiligen Standort geliefert.
Bei diesem Modell beziehen die Abnehmer den Solarstrom direkt von der Anlage auf oder an ihrem Betriebsgelände und nicht aus dem allgemeinen Netz. Überschüssige Strommengen können über die Direktvermarktung in den Strommarkt eingespeist werden. Für die Kunden soll daraus eine langfristig planbare Stromversorgung aus Anlagen am eigenen Standort entstehen. Batteriespeicher und Energiemanagement tragen nach Darstellung von Energy Partners dazu bei, Erzeugung und betriebliche Lastprofile besser aufeinander abzustimmen.
Energy Partners, MaxSolar und der Finanzierungspartner
Die Energy Partners GmbH wurde 2024 als Tochterunternehmen der MaxSolar GmbH gegründet. Das Unternehmen tritt gegenüber Industrie- und Gewerbekunden als Anbieter für komplette Energieprojekte auf und schließt nach eigenen Angaben neben Onsite- auch Offsite-Power-Purchase-Agreements ab. Zum Leistungsumfang gehören neben Photovoltaikanlagen und Stromspeichern auch Ladesäulen, darunter Lösungen für das Laden von Elektro-Lkw. Mit dem Energiemanagementsystem sollen nach Unternehmensangaben alle Energiekomponenten vernetzt und weitere Einsparpotenziale erschlossen werden. Seine Projekte realisiert das Unternehmen selbst oder mit einem bundesweiten Netzwerk von Fachpartnern.
Kommunalkredit beschreibt sich als europäische Infrastruktur- und Energiebank mit ausgeprägter Präsenz in Zentral- und Osteuropa. Zu den Kernsektoren zählt das Institut Energie und Umwelt, Kommunikation und Digitalisierung, Transport sowie soziale Infrastruktur. Die Bank ist auf komplexe Transaktionen im mittleren Marktsegment spezialisiert und verbindet Beratung, Finanzierung, Distribution und Investment. Seit 2020 hat sie nach eigenen Angaben Infrastruktur- und Energiefinanzierungen in Höhe von 12,5 Milliarden Euro ermöglicht. Mehrheitseigentümer ist die europäische Beteiligungsgesellschaft Altor.
Kaan Y. Ciftci, Senior Transactor bei der Kommunalkredit, ordnet das Engagement ein. Die dezentrale Energieversorgung direkt an Industrie- und Gewerbestandorten sei ein zentraler Baustein der Energiewende in Deutschland. Mit der Rahmenfinanzierung schaffe die Bank die Grundlage, ein Portfolio aus Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern umzusetzen und auszubauen. Damit unterstütze sie Energy Partners beim Aufbau einer langfristig tragfähigen und wettbewerbsfähigen Energieversorgung für Unternehmen in Deutschland.
Erste Projekte sind gebaut, weitere in Umsetzung
Die ersten Vorhaben sind bereits abgeschlossen, weitere befinden sich in der Umsetzung. Dazu zählt ein Projekt am Rheinmetall-Standort in Neuss in Nordrhein-Westfalen, das seit Anfang 2026 gebaut wird. Weitere Standorte sollen sukzessive folgen. Über die Erweiterungsoption kann Energy Partners zusätzliche Photovoltaik- und Speicherprojekte in den Finanzierungsrahmen aufnehmen und sein Geschäft mit Industrie- und Gewerbekunden in Deutschland ausbauen.
Matthias Giller, Geschäftsführer der Energy Partners GmbH, nennt einen Zeitrahmen für die Mittel. Das Unternehmen wolle die Finanzierung bis Herbst 2027 vollständig abrufen. Nach seinen Angaben verfügt Energy Partners über die passende Projektpipeline, um die Mittel zügig einzusetzen. Der Ausbau einer wettbewerbsfähigen, dezentralen Energieversorgung für die deutsche Industrie soll damit konsequent vorangetrieben werden.
Bildquellen im Artikel
- Lagerhalle mit Solarpanels zwischen Feldern unter blauem Himmel: Bildquelle: Honglei Yue (Plattform Pexels)