Cybersicherheitsmonat 2026 startet mit Lagebild für den Mittelstand
Vom 5. bis 30. Oktober 2026 läuft der Cybersicherheitsmonat der Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand. Die Fokusprojekte der Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) bieten dazu sieben kostenfreie Webimpulse an. Sie behandeln KI-gestützte Angriffe, rechtliche Pflichten, den Cyber Resilience Act und Angriffe über Dienstleister oder Software. Zum Auftakt stellen Dirk Achenbach und Sérgio Marschall das neue CYBERsicher Lagebild 2026 vor.
Auftakt mit dem CYBERsicher Lagebild 2026
Der Kick-off beginnt am 5. Oktober 2026 um 10:00 Uhr. Achenbach und Marschall präsentieren dort das CYBERsicher Lagebild 2026 und geben einen Überblick über die Cybersicherheitslage im deutschen Mittelstand. Das Lagebild knüpft an die Ergebnisse des Vorjahres an und zeigt, welche Bedrohungen Unternehmen aktuell beschäftigen, wie sich Angriffsmethoden verändern und welche Schutzmaßnahmen kleine und mittlere Unternehmen bereits umsetzen. Nach Angaben der Transferstelle schafft die Veranstaltung damit eine Grundlage für die weiteren Themen des Monats.
Projektleiter Marc Dönges begründet den Anlass der Reihe mit der Entwicklung der Bedrohungslage: „Die Bedrohungslage entwickelt sich dynamisch – und gerade für kleine und mittlere Unternehmen wird es immer wichtiger, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die eigenen Schutzmaßnahmen daran auszurichten.“ Das Lagebild solle Orientierung geben und zeige, wo Unternehmen besonders genau hinschauen sollten. Kick-off und alle weiteren Termine sind kostenfrei.
Rechtliche Pflichten rücken in den Vordergrund
Am 6. Oktober widmet sich ein Webimpuls der Cybersecurity-Compliance für Geschäftsführende. Nach Darstellung der Veranstalter ist Cybersicherheit längst mehr als eine technische Aufgabe. Behandelt werden die rechtlichen Pflichten und Haftungsrisiken, die auf Geschäftsführende zukommen, und die Frage, wie sich Cybersecurity strategisch und rechtssicher im Unternehmen verankern lässt.
Zwei Tage später, am 8. Oktober, folgt eine Einführung in die NIS2-Richtlinie. Der Webimpuls klärt, wer betroffen ist, welche Pflichten gelten und wie der Einstieg in die Umsetzung gelingen kann. Vorgestellt werden außerdem Unterstützungsmöglichkeiten, die Unternehmen nach Angaben der Initiative nutzen können.
Cyber Resilience Act in zwei Teilen
Der Cyber Resilience Act verändert die Anforderungen an Produkte mit digitalen Elementen. Am 13. Oktober steht die Frage im Raum, ob der Cyber Resilience Act eine Chance oder ein Risiko für die deutsche Industrie darstellt. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen und die Frage, wie sich Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg umsetzen lässt.
Der zweite Teil am 15. Oktober richtet sich an Unternehmen, die wissen wollen, ob sie selbst betroffen sind. Behandelt werden die Anforderungen an Cybersicherheit, Dokumentation und Schwachstellenmanagement sowie erste Schritte zur Vorbereitung. Der Webimpuls ist laut Ankündigung als praxisnaher Einstieg in die neuen Vorgaben angelegt.
Sprachmodelle und Lieferketten als Angriffswege
Am 20. Oktober geht es um Large Language Models als Werkzeug für Cyberkriminelle. Nach Darstellung der Transferstelle ermöglichen Sprachmodelle neue und besonders überzeugende Angriffsmethoden. Anhand praxisnaher Beispiele zeigen die Referenten, wie Voice Phishing, Stimmklonen und hochpersonalisierte Phishing-Angriffe ablaufen und woran Unternehmen solche Versuche erkennen können.
Zwei Tage später, am 22. Oktober, stehen Supply-Chain-Angriffe im Mittelpunkt. Dienstleister, Softwarelieferanten und Open-Source-Komponenten können zum Einfallstor für Cyberangriffe werden. Anhand realer Vorfälle wird erläutert, wie solche Angriffe funktionieren, wo Risiken entstehen und wie Unternehmen ihre digitale Lieferkette besser absichern können.
Reaktion im simulierten Ernstfall
Den Abschluss der Webimpuls-Reihe bildet am 27. Oktober das Thema IT-Sicherheitsvorfall. Ein Cyberangriff lässt sich nicht immer verhindern, weshalb die Reaktion im Ernstfall entscheidend ist. In einem interaktiven Szenario erleben die Teilnehmenden einen simulierten IT-Sicherheitsvorfall und erarbeiten konkrete Reaktionsmaßnahmen.
Damit deckt der Cybersicherheitsmonat sowohl regulatorische Vorgaben als auch technische Angriffsszenarien ab. Der letzte Webimpuls liegt zeitlich vor dem Ende des Aktionszeitraums am 30. Oktober.
Praxiswissen ohne Vorkenntnisse
Die Reihe richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe und Start-ups. Die Themen reichen von gesetzlichen Anforderungen über neue Angriffstechniken bis zur Reaktion auf einen Vorfall. Dönges betont, dass der Einstieg nicht kompliziert sein muss: „Cybersicherheit muss nicht kompliziert beginnen. Wichtig ist, die richtigen Risiken zu kennen, Verantwortung zu übernehmen und Schritt für Schritt wirksame Maßnahmen umzusetzen.“ Die Webimpulse sollten aktuelle Entwicklungen mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für den Unternehmensalltag verbinden.
Wer die Veranstaltungen durchführt
Hinter dem Cybersicherheitsmonat steht die Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand. Das Förderprojekt will das Cybersicherheitsniveau von kleinen und mittleren Unternehmen, Handwerksbetrieben und Start-ups erhöhen. Genannt werden dabei die Bereiche Prävention, Detektion und Reaktion.
Zum Angebot gehören nach eigenen Angaben Informations- und Qualifikationsformate, Veranstaltungen bundesweit, eine Detektions- und Reaktionsplattform für Cyberangriffe sowie ein Partnernetzwerk. Getragen wird das Projekt von Der Mittelstand, BVMW e. V., dem FZI Forschungszentrum Informatik, der Leibniz Universität Hannover mit dem Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung und der tti Technologietransfer und Innovationsförderung Magdeburg GmbH.
Das Mittelstand-Digital Netzwerk bietet mit den Mittelstand-Digital Zentren und der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft Unterstützung bei der Digitalisierung mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Anbieterneutrale Angebote zur Qualifikation und IT-Sicherheit sollen Unternehmen konkrete Praxisbeispiele liefern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung dieser Angebote.
Kostenfreie Teilnahme und Anmeldung
Der Cybersicherheitsmonat 2026 findet vom 5. bis 30. Oktober statt. Die Teilnahme am Kick-off und an allen weiteren Veranstaltungen ist kostenfrei. Das vollständige Programm und die Anmeldung sind unter https://ots.de/LEp8wY zu finden.
Bildquellen im Artikel
- Luftbild von Gryfino bei Sonnenuntergang: Bildquelle: Artem Stoliar (Plattform Pexels)