Apotheken und Softwarehäuser arbeiten an nutzerfreundlicherer ePA
Die elektronische Patientenakte (ePA) soll für Apotheken intuitiver und effizienter werden. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser (ADAS) haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, die nächste Ausbaustufe der ePA, deren Pilotierung am 15. Juli 2026 gestartet ist, gemeinsam zu gestalten. Im Rahmen dieser Ausbaustufe wird die bisher automatisch mit E-Rezepten befüllte elektronische Medikationsliste (eML) erweitert und der elektronische Medikationsplan (eMP) eingeführt. Der DAV vertritt über 16.000 Apotheken und fungiert als fachlicher Impulsgeber, während der ADAS als Schnittstelle zu seinen sieben Mitgliedsunternehmen die technische Umsetzung koordiniert. Die Partner wollen nicht nur Mindestanforderungen erfüllen, sondern einen echten Mehrwert für die tägliche Apothekenarbeit schaffen.
Ziele der Kooperation
Im Vordergrund steht die nutzerfreundliche und effiziente Handhabung der Medikationsdaten in der ePA. DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann betont: „Je schneller und praktischer die Apothekenteams den elektronischen Medikationsplan verarbeiten und aktualisieren können, umso mehr Zeit bleibt für die fachliche Beratung.“ Die Software solle individuell an die Arbeitsprozesse in den Apotheken angepasst werden. Dies helfe nicht nur den Teams, sondern bringe die Vorteile der ePA – wie eine verbesserte Arzneimitteltherapiesicherheit – direkt zu den Patienten.
Praktische Verbesserungen
Ein konkretes Beispiel ist die niedrigschwellige Einbindung des eMP in den Rezeptbelieferungsprozess, um etwa Wechselwirkungen mit anderer Medikation frühzeitig zu erkennen. Ein weiteres ist die aufwandsarme Anpassung von Dosierungsangaben bei Medikamentenaustausch aufgrund von Lieferengpässen – ohne doppelte Eingabe sollen die Änderungen automatisch in Medikationsliste und -plan übernommen werden. Solche Features sollen den Apothekenalltag entlasten und die Patientensicherheit erhöhen.
Hintergrund und Ausblick
Die Absichtserklärung zwischen DAV und ADAS unterstreicht den Willen der Apotheken, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten. Die ePA-Ausbaustufe 2026 ist ein wichtiger Schritt, um die Medikationsdokumentation zu vereinheitlichen und zu optimieren. Weitere Informationen zur Initiative finden sich auf der Webseite der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Bildquellen im Artikel
- Elektronische Patientenakte – Vorschaubild: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände