A man in a laboratory uniform working on computer components and wiring at a workstation. – Vorschaubild

Doppelter Engpass in der Industrie: Fachkräfte fehlen, Qualifizierung stockt

Die Fertigungsindustrie weltweit steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits fehlen qualifizierte Fachkräfte, andererseits wird die Weiterbildung der bestehenden Belegschaft vernachlässigt. Laut dem aktuellen „Global Manufacturing World of Work Outlook“ von ManpowerGroup haben 72 Prozent der Hersteller Schwierigkeiten, die benötigten Talente zu finden, während 60 Prozent der Beschäftigten in den vergangenen sechs Monaten kein berufliches Training erhalten haben. Hinzu kommt, dass 45 Prozent der Arbeitnehmer befürchten, dass Künstliche Intelligenz oder Automatisierung ihre Stelle in den nächsten zwei Jahren ersetzen könnte. Besonders in Deutschland, wo die Industrie unter Energiepreisen, Materialengpässen und geopolitischen Unsicherheiten leidet, droht ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die Studienergebnisse machen deutlich: Die Fabrik der Zukunft braucht nicht nur Roboter und KI, sondern vor allem Menschen, die mit diesen Technologien umgehen können. Ohne gezielte Qualifizierung und strategische Personalplanung riskieren Unternehmen, den Anschluss zu verlieren.

Der doppelte Engpass: Fachkräftemangel und mangelnde Qualifizierung

Die Studie von ManpowerGroup zeigt, dass der Fachkräftemangel in der Fertigungsindustrie kein vorübergehendes Phänomen ist. Fast drei Viertel der Unternehmen berichten von Rekrutierungsschwierigkeiten, vor allem für technologieorientierte Positionen. Gleichzeitig bleibt die Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter auf der Strecke: 60 Prozent der Beschäftigten haben in den letzten sechs Monaten kein Skill-Training absolviert. Dieser doppelte Engpass verschärft sich durch den technologischen Wandel. Routinearbeiten verlieren an Bedeutung, während Kenntnisse in Robotik, Automatisierung und KI immer wichtiger werden. Unternehmen müssen daher nicht nur neue Mitarbeiter einstellen, sondern auch ihre bestehende Belegschaft umschulen und weiterbilden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

KI und Automatisierung verändern die Arbeitswelt

Künstliche Intelligenz und Automatisierung sind längst in der industriellen Produktion angekommen. 93 Prozent der Hersteller erwarten, dass Robotik und Smart Manufacturing ihre Belegschaft verändern werden. Dabei gehen 50 Prozent der Firmen davon aus, dass sie bestehende Mitarbeiter umschulen müssen, 42 Prozent planen Neueinstellungen für veränderte Rollenprofile und 31 Prozent denken über Outsourcing nach. Trotz der Verunsicherung sind die Beschäftigten grundsätzlich offen für den Wandel: 66 Prozent fühlen sich sicher im Umgang mit aktueller Technologie und 79 Prozent sind zuversichtlich, neue Fähigkeiten zu erlernen. Unternehmen sollten diese positive Grundhaltung nutzen und systematische Qualifizierungsprogramme auflegen.

Handlungsbedarf für Unternehmen

Faris Becirovic, Country Manager der ManpowerGroup Deutschland, betont: „Die entscheidende Frage ist nicht, ob Beschäftigte den Wandel mitgehen, sondern ob Unternehmen ihn schnell genug in Qualifizierung, neue Rollenprofile und strategische Personalplanung übersetzen können.“ Ohne klare Pläne drohe im nächsten Aufschwung ein Mangel an Fachkräften, die den Umbau tragen sollen. Der vollständige Report steht auf der Webseite von ManpowerGroup zur Verfügung. Die Botschaft ist klar: Die Industrie kann sich nicht aus dem Fachkräftemangel herausautomatisieren. Nur wer in seine Mitarbeiter investiert, wird die digitale Transformation erfolgreich gestalten.

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  • A man in a laboratory uniform working on computer components and wiring at a workstation. – Vorschaubild: Quang Nguyen Vinh