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E-Scooter-Unfallzahlen steigen dramatisch: Sicherheit muss mit der Mobilitätswende Schritt halten

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 16.496 gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Seit Beginn der amtlichen Statistik im Jahr 2021 hat sich die Unfallzahl damit mehr als verdreifacht (2021: 5.535 Unfälle). 38 Menschen kamen im vergangenen Jahr bei E-Scooter-Unfällen ums Leben. Der TÜV-Verband sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Sicherheit von E-Scootern zu erhöhen. Die Entwicklung zeige, dass Verkehrssicherheit und Infrastruktur nicht mit der wachsenden Nutzung Schritt halten. Robin Zalwert, Referent New Mobility beim TÜV-Verband, fordert konsequent durchgesetzte Verkehrsregeln, mehr Mobilitätsbildung und eine Infrastruktur, die E-Scooter sicher in den Straßenverkehr integriert. „E-Scooter sind gekommen, um zu bleiben. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie ein sicherer Teil unseres Mobilitätsmixes sind“, so Zalwert.

Häufige Unfallursachen: Alkohol, Gehwegfahrten und doppelte Nutzung

Laut TÜV-Verband wären viele Unfälle vermeidbar. Zu den häufigsten Ursachen zählen falsche Straßennutzung – etwa das Fahren auf dem Gehweg – sowie Fahrten unter Alkoholeinfluss und die Nutzung eines E-Scooters zu zweit. Der Verband begrüßt daher die vom Gesetzgeber beschlossenen höheren Bußgelder und strengeren Haftungsregelungen, fordert aber eine konsequente Durchsetzung. „Wer alkoholisiert fährt, auf dem Gehweg unterwegs ist oder einen E-Scooter zu zweit nutzt, gefährdet sich und andere“, betont Zalwert. Besonders junge Menschen sind überdurchschnittlich häufig in Unfälle verwickelt. Der TÜV-Verband plädiert daher dafür, E-Scooter fest in die Verkehrserziehung zu integrieren, ähnlich der Radfahrausbildung. Fahrsicherheitstrainings in der Schule könnten helfen, Risiken besser einzuschätzen.

Illegales Tuning: Manipulierte E-Scooter werden zur Gefahr

Ein weiteres Problem ist das illegale Tuning. Mit der wachsenden Zahl privater E-Scooter (2023 rund 1,4 Millionen in deutschen Haushalten) nehmen auch Manipulationen zu. Per App, Software oder technischen Umbauten werden Geschwindigkeiten von 40 km/h oder mehr erreicht – weit über den erlaubten 20 km/h. Für solche Geschwindigkeiten sind die Fahrzeuge weder ausgelegt noch besteht eine Helmpflicht. Der TÜV-Verband fordert gezielte Straßenkontrollen durch die Polizei, ähnlich den Schwerpunktkontrollen zur Fahrradbeleuchtung, um illegale Manipulationen aufzudecken und zu ahnden.

Infrastruktur muss alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen

E-Scooter sind ein wichtiger Baustein für klimafreundliche Mobilität, dürfen aber nicht zu Lasten der Sicherheit gehen. Jeder zweite verunglückte E-Scooter-Fahrer verletzt sich bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw. Der TÜV-Verband fordert daher eine fehlerverzeihende Infrastruktur mit baulich getrennten und durchgängigen Wegen für Fahrräder und motorisierte Kleinstfahrzeuge. „Verkehrssicherheit lässt sich nur erreichen, wenn die Infrastruktur alle Verkehrsmittel gleichermaßen berücksichtigt und Konflikte im Straßenraum reduziert“, so Zalwert. Nur so könne die Mobilitätswende sicher gelingen.

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