KI-Suche statt Dauererklärungen: Wie Unternehmen ihr Prozesswissen endlich nutzbar machen

KI-Suche statt Dauererklärungen: Wie Unternehmen ihr Prozesswissen endlich nutzbar machen

Im Unternehmensalltag wiederholt sich ein bekanntes Muster: Eine Führungskraft erklärt einen Prozess, einige Wochen später kommt die Frage erneut auf, weil ein Detail nicht mehr präsent ist. Werden solche Rückfragen zur Regel, verlieren Führungskräfte nicht nur Zeit, sondern auch den Fokus auf ihre eigentlichen Aufgaben. Auf der anderen Seite sind Mitarbeiter oft unsicher, ob sie erneut nachfragen sollen, und arbeiten im Zweifel aus dem Gedächtnis – mit dem Risiko vermeidbarer Fehler. Die LearningSuite GmbH aus Graz hat mit LearningSuite.io eine Plattform entwickelt, die genau an diesem Punkt ansetzt: Durch eine KI-gestützte Suche soll internes Wissen so bereitgestellt werden, dass es genau dann auffindbar ist, wenn es im Arbeitsalltag gebraucht wird. Dabei geht es nicht nur um das reine Abrufen von Dokumenten, sondern darum, aus einer unübersichtlichen Wissenssammlung eine echte Arbeitsgrundlage zu machen.

Warum dokumentiertes Wissen allein nicht ausreicht

Viele Unternehmen verfügen längst über umfangreiche Dokumentationen, Wiki-Seiten oder Schulungsunterlagen. Doch die bloße Existenz dieser Inhalte bedeutet noch nicht, dass Mitarbeiter sie auch im entscheidenden Moment finden. Mit wachsendem Wissensbestand steigt die Zahl an Kursen, Lektionen und Einzeldokumenten, durch die man sich hindurcharbeiten muss. Klassische Ablagestrukturen verlangen häufig, dass der Suchende genau weiß, in welchem Bereich die gesuchte Information hinterlegt wurde oder unter welchem Schlagwort sie abgelegt ist. Wer sich aus einer Schulung nur an einen fachlichen Begriff erinnert, kennt damit noch nicht den Titel des zugehörigen Kurses oder die passende Lektion. Die Folge: Wissen bleibt in der Theorie verfügbar, in der Praxis aber unsichtbar.

Hinzu kommt, dass der Wissensbestand mit dem Unternehmen wächst. Neue Abläufe entstehen, bestehende werden angepasst, und zusätzliche Schulungsinhalte kommen hinzu. „Je umfangreicher das Unternehmenswissen wird, desto weniger darf die Suche davon abhängen, dass Mitarbeiter bereits wissen, wo eine bestimmte Information abgelegt wurde“, erklärt Alexander Knechtl, Geschäftsführer der LearningSuite GmbH. Entscheidend ist also nicht nur eine saubere Struktur, sondern auch ein einfacher Zugang zu den einzelnen Informationen innerhalb eines zunehmend großen Bestands.

Wie die KI-Suche von LearningSuite.io den Zugriff erleichtert

Die KI-Suche der Plattform setzt genau hier an. Mitarbeiter müssen nicht mehr wissen, in welchem Kurs oder in welcher Lektion eine Information hinterlegt ist. Stattdessen können sie nach einem Begriff suchen, an den sie sich aus einer Schulung erinnern. LearningSuite.io durchsucht dabei nicht nur Titel und schriftliche Inhalte, sondern macht laut Unternehmensangaben auch gesprochene Wörter aus Schulungsvideos auffindbar. Erinnert sich ein Mitarbeiter etwa an einen bestimmten Ausdruck aus einer Videoerklärung, kann er danach suchen und wird zur passenden Stelle geführt. Auf diese Weise entfällt die Notwendigkeit, den Kursnamen oder die genaue Ablagestelle zu kennen.

Für die Anwender bedeutet das eine deutliche Verkürzung des Weges von der Unsicherheit zur passenden Erklärung. „Eine KI-Suche ersetzt keine guten Inhalte. Sie erleichtert Mitarbeitern aber den Zugriff darauf, weil sie nicht erst die Struktur der gesamten Wissensplattform kennen müssen“, sagt Florian Gerstner, Geschäftsführer der LearningSuite GmbH. Statt verschiedene Kurse oder Ordner zu durchsuchen, gelangen Mitarbeiter gezielt zur relevanten Schulung und können den betreffenden Arbeitsschritt unmittelbar nachvollziehen. Die Effektivität einer solchen Suche hängt jedoch maßgeblich davon ab, welche Inhalte hinterlegt sind und wie aktuell sie gehalten werden.

Welche Inhalte das Arbeiten wirklich erleichtern

Die Wahl der Inhalte ist entscheidend. Im Mittelpunkt sollten all jene Prozesse und Regeln stehen, die im Arbeitsalltag immer wieder gebraucht werden: wiederkehrende Abläufe, typische Fehlerquellen, zentrale Arbeitsschritte und Wissen, das für die Einarbeitung neuer Kollegen wichtig ist. Es geht nicht darum, möglichst viele Informationen anzuhäufen, sondern Abläufe so aufzubereiten, dass sie bei einer konkreten Aufgabe tatsächlich weiterhelfen. Die passende Form hängt vom jeweiligen Inhalt ab: Schritt-für-Schritt-Abläufe lassen sich gut in kurzen Videos zeigen, Bildschirmaufnahmen eignen sich für Software-Prozesse, und persönliche Videoerklärungen von Führungskräften können Erfahrungswissen vermitteln. Texte, Bilder und Dokumente ergänzen die Schulungen, wenn Informationen schnell nachgelesen werden sollen.

Eine sinnvolle Struktur orientiert sich an den Anforderungen der Mitarbeiter. Ein allgemeiner Onboarding-Kurs kann grundlegende Informationen über Unternehmen, Programme und Kommunikationswege bündeln, während rollenspezifische Schulungen einzelne Aufgaben und Qualitätsanforderungen abdecken. LearningSuite.io vereint solche Formate in einer zentralen Lernumgebung – vorausgesetzt, die Inhalte werden nach der Erstellung nicht sich selbst überlassen. Denn Prozesse ändern sich kontinuierlich.

Pflege und Aktualität: Die Voraussetzung für verlässliches Wissen

Was einmal dokumentiert ist, bleibt selten dauerhaft richtig. Programme werden aktualisiert, interne Abläufe angepasst, neue Arbeitsschritte kommen hinzu. Wenn eine Wissensplattform diese Veränderungen nicht abbildet, entsteht eine Lücke zwischen dem dokumentierten Ablauf und der tatsächlichen Arbeitsweise. Eine schnell gefundene Antwort kann dann in die Irre führen und im schlimmsten Fall neue Fehler verursachen. Deshalb ist es wichtig, dass neue Prozesse unkompliziert ergänzt und bestehende Inhalte ohne großen Aufwand bearbeitet werden können. Auch wiederkehrende Rückfragen aus dem Team liefern wertvolle Hinweise, wo eine Schulung fehlt oder eine Erklärung ergänzt werden muss.

„Wenn das Befüllen einer Wissensplattform zu kompliziert ist, wird sie im Arbeitsalltag nicht aktuell gehalten – und verliert damit ihren Wert. Einfache Inhaltserstellung ist deshalb keine Komfortfunktion, sondern eine Grundvoraussetzung“, betont Florian Gerstner. Die Plattform richtet sich daher bewusst an Unternehmen, die nicht nur eine einmalige Schulungsdokumentation erstellen möchten, sondern einen kontinuierlich gepflegten Wissensstandard etablieren wollen. Bereits mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen nach Angaben der LearningSuite GmbH die Plattform.

Vom Einzelwissen zum gemeinsamen Standard

Der Nutzen einer zentralen Wissensplattform geht über die schnelle Beantwortung einzelner Fragen hinaus. Werden Abläufe einheitlich dokumentiert und als verbindliche Grundlage für Schulung und tägliche Arbeit genutzt, können sich Mitarbeiter bei wiederkehrenden Aufgaben an definierten Prozessen orientieren. Wissen hängt dann weniger davon ab, wer einen bestimmten Ablauf erklärt oder welche informelle Vorgehensweise sich einzelne Kollegen im Laufe der Zeit angeeignet haben. Unterschiedliche Arbeitsweisen lassen sich reduzieren, Missverständnisse vermeiden und Qualitätsstandards zuverlässiger im Arbeitsalltag verankern. Das entlastet nicht nur Führungskräfte, sondern schafft auch eine Basis für größere Teams.

Wenn Teams wachsen und neue Mitarbeiter hinzukommen, müssen bestehende Abläufe nicht jedes Mal erneut individuell vermittelt werden. Stattdessen kann auf eine etablierte Wissensgrundlage zurückgegriffen werden. Persönliche Gespräche werden dadurch nicht überflüssig, aber sie können sich auf Situationen konzentrieren, in denen tatsächlich neue Entscheidungen, Erfahrungen oder individuelle Einschätzungen gefragt sind. „Eine Wissensplattform soll die persönliche Kommunikation nicht ersetzen. Sie schafft vielmehr eine gemeinsame Grundlage, auf der Mitarbeiter und Führungskräfte bei neuen oder individuellen Fragen aufbauen können“, sagt Florian Gerstner. Auf dieser Grundlage lässt sich das Ziel der LearningSuite GmbH erreichen: wiederkehrende Fehler und Rückfragen zu reduzieren und Mitarbeitern den selbstständigen Zugriff auf Prozesswissen zu ermöglichen.

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