mgm e IONOS CLOUD unen la aplicación especializada y la nube soberana para la administración

mgm und IONOS CLOUD bündeln Fachanwendung und souveräne Cloud für die Verwaltung

Die Münchner mgm technology partners GmbH und IONOS CLOUD gehen eine strategische Partnerschaft ein, mit der Verwaltungen Fachanwendung und Cloud-Infrastruktur aus einer Hand beziehen sollen. Beide Unternehmen sind deutsche Anbieter ohne außereuropäische Abhängigkeiten; gemeinsam wollen sie die A12 Public Sector Plattform als Ende-zu-Ende-Angebot für souveräne Verwaltungsdigitalisierung vermarkten. Den Einstieg bildet eine gehostete A12 AI Low Code-Entwicklungsumgebung, die auf der IONOS Cloud betrieben wird. Behörden können dort Fachverfahren modellieren und erproben und sie anschließend in den produktiven Betrieb überführen, ohne eigene Infrastruktur aufzubauen oder die Technologie zu wechseln. Erste produktive Anwendungen sind für Ende 2026 vorgesehen. Der Vorstoß adressiert ein Problem, das viele Digitalisierungsvorhaben im öffentlichen Sektor ausbremst. Infrastruktur und Fachanwendung werden in getrennten Verfahren beschafft und passen anschließend nur eingeschränkt zusammen. Cloud-Ressourcen und Anwendungsplattform sind bei diesem Angebot dagegen von Beginn an aufeinander abgestimmt und stammen aus Deutschland.

Getrennte Beschaffung untergräbt die Souveränität, die Behörden anstreben

In Beschaffungsverfahren wird Souveränität nach Einschätzung der Partner oft noch nicht konsequent zu Ende gedacht. Behörden vergeben Infrastruktur und Fachanwendung getrennt voneinander. Reißt die Lieferkette an einer Stelle, etwa weil die Cloud-Infrastruktur ausländischem Recht unterliegt oder die Software proprietär ist, verliert die Behörde die Kontrolle, die sie angestrebt hatte. Genau an diesem Punkt setzt die Argumentation von mgm-Geschäftsführer Hamarz Mehmanesh an. „Verwaltungen brauchen keine abstrakten Plattformversprechen, sondern fertige Fachverfahren, die sich schnell anpassen und nachnutzen lassen“, sagt er. A12 ermögliche modellbasierte Entwicklung, die komplexe Prozesse beherrschbar mache und schnell auf einer Infrastruktur bereitgestellt und betrieben werden könne. Souveränität werde damit nicht nur versprochen, sondern durchgängig sichergestellt – so die Darstellung des Anbieters.

Die A12 Public Sector Plattform bündelt, was Verwaltungen ohnehin brauchen

Kern der Zusammenarbeit ist die A12 Public Sector Plattform (A12 PSP), ein Digitalisierungsangebot für den öffentlichen Sektor auf Basis von A12. Die Plattform bündelt Komponenten und Schnittstellen, die in Verwaltungen regelmäßig gebraucht werden, darunter BundID, FIT-Connect und NOOTS. Neue oder bestehende Fachverfahren, Basisdienste und Register werden über offene Standards angebunden, ohne sie zu ersetzen. Vorhandene Systeme bleiben in Betrieb, was für Behörden praktisch bedeutet, dass ein Umstieg schrittweise erfolgen kann und nicht zwingend einen Komplettaustausch der IT-Landschaft voraussetzt. Für die Verwaltung sollen sich dadurch kürzere Wege von der Beschaffung zum laufenden Fachverfahren ergeben, verbunden mit klaren Verantwortlichkeiten. Erhalten bleiben soll die volle Anschlussfähigkeit an den Deutschland-Stack und die Deutsche Verwaltungscloud, in der Low Code und Prozessautomatisierung bereits als Bausteine vorgesehen sind. Interessant ist das vor allem für Kommunen und Landesbehörden, die ihre Eigenentwicklungen nicht aufgeben, aber anschlussfähig machen wollen.

A12 ist im öffentlichen Sektor kein unbeschriebenes Blatt

Die Plattform ist kein Neuentwurf für ein Pilotprojekt. Nach Angaben von mgm bildet A12 das technische Rückgrat von ELSTER, löst in Schleswig-Holstein mehr als 100 Microsoft Access-basierte Fachverfahren ab und bildet die bundesweite Basis für das OZG-Portal der Steuerberaterkammern. Das sind Referenzen aus der Steuerverwaltung und aus Landesverwaltungen, also aus Bereichen mit hohen Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und Datenhaltung. mgm wurde 1994 gegründet, beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Mitarbeiter an 19 internationalen Standorten und hat zentrale Bestandteile der A12 AI Low Code Plattform im Mai 2026 auf openCode unter der Open-Source-Lizenz EUPL 1.2 veröffentlicht. Die offene Lizenz ist für den öffentlichen Sektor insofern relevant, als sie Nachnutzbarkeit und Anbieterunabhängigkeit auf Ebene der Plattformbestandteile ermöglicht – ein Kriterium, das in Ausschreibungen zunehmend abgefragt wird. Weitere Informationen zur Plattform finden sich unter www.a12.ai und speziell für den öffentlichen Sektor unter a12.ai/public-sector.

Zertifikate, Marktplatz und der Weg in den Regelbetrieb

Betrieben wird die gehostete Entwicklungsumgebung auf einer nach ISO 27001 zertifizierten Plattform auf Basis von BSI IT-Grundschutz und mit BSI-C5-Testat. IONOS CLOUD betreibt seine selbst entwickelte Cloud-Plattform verteilt auf elf Rechenzentren in Europa, arbeitet nach eigenen Angaben hundertprozentig DSGVO-konform und unter deutscher Jurisdiktion. Claudio Serrano, Global Senior Vice President Cloud Sales bei IONOS CLOUD, begründet die Aufstellung so: „Digitale Souveränität muss gerade im öffentlichen Sektor auf jeder Ebene belegbar sein – mit Zertifikaten, offenen Standards und nachvollziehbaren Prozessen.“ Genau das liefere IONOS CLOUD; in Kombination mit A12 Low Code und der A12 Public Sector Plattform erhielten Behörden Funktionalität und Kontrolle aus einer Hand. Für die Beschaffung ist ein zweiter Weg vorgesehen. Der Bezug soll vergabefrei als DVC-konformer Service über den Marktplatz Deutschland Digital (MDD) möglich sein. Voraussetzung dafür ist die Zulassung der Plattform als DVC-konformer Service.

Betriebsplattform, Friendly User Test und KI-gestützte Entwicklung

mgm und IONOS CLOUD wollen ihre Zusammenarbeit entlang gemeinsamer Referenz- und Pilotvorhaben ausbauen. Auf Basis der IONOS Cloud entsteht derzeit eine Betriebsplattform für die Deutsche Verwaltungscloud (DVC); mgm prüft bereits die Teilnahme am Friendly User Test. Sobald die A12 Public Sector Plattform als DVC-konformer Service zugelassen ist, soll sie über den Marktplatz Deutschland Digital beschaffbar sein. Darüber hinaus sind weitere gemeinsame Vorhaben in Vorbereitung, unter anderem zur KI-gestützten Softwareentwicklung. Details zu Konditionen, Preisen oder konkreten Zulassungsterminen nennen die Unternehmen bislang nicht; die Angaben zu Zeitplan und Beschaffungsweg sind daher als Planungsstand zu lesen. Weitere Informationen zur Cloud-Infrastruktur finden sich unter cloud.ionos.de, zum Anbieter unter mgm-tp.com.

Was das für laufende Digitalisierungsvorhaben bedeutet

Für Behörden, die ihre Fachverfahren derzeit auf proprietären Datenbankumgebungen wie Microsoft Access betreiben oder eine Ablösung planen, liefert die Partnerschaft einen konkreten Anhaltspunkt. Die Frage nach Zielplattform und Betriebsmodell gehört vor der nächsten Ausschreibung geklärt und nicht in eine spätere Ausbaustufe verschoben. Wer Infrastruktur und Fachanwendung getrennt vergibt, muss mindestens prüfen, ob die gewählte Cloud dem eigenen Souveränitätsanspruch genügt und ob die Fachanwendung ohne Anbieterwechsel auf eine andere Umgebung überführt werden kann. Genau diese Prüfung fällt leichter, wenn Plattformbestandteile unter einer offenen Lizenz wie EUPL 1.2 verfügbar sind, Zertifizierungen nach BSI IT-Grundschutz und BSI C5 vorliegen und der Betrieb europaweit in Rechenzentren unter deutscher Jurisdiktion erfolgt. Mit ersten produktiven Anwendungen rechnen die Partner Ende 2026; bis dahin bleibt die gehostete Low-Code-Entwicklungsumgebung der praktisch prüfbare Teil des Angebots, an dem sich Ausschreibungsunterlagen und Machbarkeitstests ausrichten lassen.

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