PULS erweitert FIEPOS um Field Power Supplies mit 100 und 200 Watt
PULS erweitert seine FIEPOS-Familie um einphasige Field Power Supplies mit 100 und 200 Watt. Die kompakten Geräte der Low Power Serie liefern 24 V DC direkt an der Maschine, sind in IP65 und IP67 ausgeführt und ergänzen die bestehenden Modelle mit 360 und 600 Watt. Für Maschinenbauer und Systementwickler eröffnet das neue Möglichkeiten, Schaltschränke zu entlasten, Kabelwege zu verkürzen und Anlagen modularer aufzubauen – ein weiterer Schritt hin zu dezentralen Automatisierungsarchitekturen.
Was die neuen Field Power Supplies leisten
Mit der Low Power Serie erweitert PULS seine FIEPOS Produktfamilie um zwei Leistungsklassen, die sich an kleinere Verbraucher richten. Die neuen Geräte stellen zuverlässig 24 V DC direkt im Feld bereit – also dort, wo Sensoren, Aktoren oder dezentrale I/O-Module tatsächlich sitzen. Bisher war für solche Aufgaben häufig eine zentrale Versorgung im Schaltschrank mit entsprechend langen Leitungswegen nötig. Die 100-W- und 200-W-Varianten schließen nun die Lücke zwischen sehr kleinen Versorgungslösungen und den bereits erhältlichen FIEPOS Modellen mit 360 W und 600 W.
Damit steht Systementwicklern und Maschinenbauern nach Angaben des Herstellers eines der branchenweit umfangreichsten Portfolios für die dezentrale Stromversorgung direkt im Feld zur Verfügung. Die einphasigen Geräte sind für anspruchsvolle industrielle Umgebungen konstruiert und lassen sich nah an den Verbrauchern montieren. Genau darin liegt der praktische Nutzen: Wer die Stromversorgung an die Last heranführt, reduziert den Bedarf an zentralen Schaltschränken und an aufwendiger Verkabelungsinfrastruktur.
Dezentrale Versorgung: Strom dorthin bringen, wo er gebraucht wird
Dezentrale Stromversorgungskonzepte gewinnen in der Industrieautomation, der Fördertechnik, der Lagerautomatisierung und im Material Handling zunehmend an Bedeutung. Der Grund ist struktureller Natur: Maschinen werden modularer, Achsen und Stationen verteilen sich über größere Flächen, und die Zahl der Feldgeräte steigt. Wird die Versorgung direkt in der Nähe der Verbraucher platziert, lassen sich Kabelwege verkürzen, der Platzbedarf im Schaltschrank reduzieren und die Inbetriebnahme von Anlagen beschleunigen.
Für Hersteller bedeutet das geringere Installationskosten, einfachere Maschinenkonzepte und eine höhere Gesamteffizienz ihrer Anlagen. Für Betreiber zahlt sich vor allem die leichtere Skalierbarkeit aus: Erweiterungen lassen sich dort vorsehen, wo sie gebraucht werden, ohne die komplette Versorgungsarchitektur neu zu planen.
Variantenvielfalt für unterschiedliche Anforderungen
Die neuen Modelle sind in mehreren Ausführungen erhältlich. Das Portfolio umfasst Varianten mit einem oder zwei NEC-Class-2-konformen Ausgängen sowie eine Version mit einem 200-W-Ausgang. NEC Class 2 bezeichnet Anforderungen an Stromkreise mit begrenzter Leistung, wie sie in der nordamerikanischen Elektrotechnik gebräuchlich sind; für den Exportmarkt kann die Konformität ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Für die Maschinen- und Anlagenplanung ergibt sich daraus zusätzliche Flexibilität, weil sich je nach Anzahl und Art der Verbraucher die passende Ausgangskonfiguration wählen lässt.
Wirkungsgrad, Lebensdauer und Schutzart im Detail
Die Geräte der FIEPOS Low Power Serie erreichen Wirkungsgrade von bis zu 95,1 %. Ein hoher Wirkungsgrad ist im Feldbetrieb doppelt relevant: Er verringert die Energieverluste und damit die Wärmeentwicklung im Gerät selbst. Da Field Power Supplies häufig in beengten Einbausituationen oder in unmittelbarer Nähe empfindlicher Komponenten sitzen, wirkt sich das unmittelbar auf die thermische Belastung des Gesamtsystems aus.
Der Hersteller gibt eine Lebensdauer von mehr als 200.000 Stunden an. Zusammen mit der industrietauglichen Konstruktion soll das eine hohe Anlagenverfügbarkeit auch unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen sicherstellen. Die Schutzarten IP65 und IP67 erlauben den Einsatz außerhalb geschützter Schaltschränke: IP65 steht für Staubdichtheit und Schutz gegen Strahlwasser, IP67 zusätzlich für den Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. In der Praxis ist dennoch zu prüfen, ob das gewählte Gehäuse zu den tatsächlichen Umgebungsbedingungen passt – etwa zu Reinigungsverfahren, Feuchtigkeit oder mechanischer Belastung.
Diagnose über IO-Link und Predictive Maintenance
Eine ausgewählte Variante bietet IO-Link-Kommunikation und damit erweiterte Diagnose- und Fernüberwachungsfunktionen. Damit lassen sich Zustandsdaten der Stromversorgung in übergeordnete Systeme übertragen, was mehr Transparenz über den Systemzustand in vernetzten Industrieumgebungen schafft. Für Predictive-Maintenance-Konzepte ist das ein Baustein: Statt auf einen Ausfall zu warten, können Betreiber Entwicklungen frühzeitig erkennen und Wartungsfenster planen, bevor eine Anlage ungeplant stillsteht.
Der Nutzen hängt allerdings davon ab, wie konsequent die Daten in bestehende Leitsysteme und Wartungsprozesse eingebunden werden. Eine Diagnoseschnittstelle allein ersetzt keine Wartungsstrategie; sie liefert die Grundlage dafür.
Was das für Maschinenbauer und Betreiber bedeutet
Martin Kram, Chief Sales Officer von PULS, ordnet die Erweiterung so ein: „Dezentrale Automatisierung bedeutet, dass immer mehr Komponenten direkt an der Maschine oder Anlage mit Energie versorgt werden müssen. Dafür braucht es nicht überall mehrere hundert Watt. Mit den neuen 100-W- und 200-W-Geräten erweitern wir FIEPOS deshalb gezielt für kleinere Verbraucher wie Sensoren, Aktoren oder dezentrale I/O-Module. Maschinenbauer können die Stromversorgung näher an die Last bringen, Kabelwege verkürzen und ihre Anlagen modularer aufbauen.“
Für OEMs, Maschinenbauer und industrielle Betreiber verschiebt sich damit ein Planungsdetail, das früher fest an den Schaltschrank gekoppelt war, in die Maschine selbst. Das erfordert ein Umdenken bei der Projektierung: Wo früher ein zentraler Versorgungspunkt definiert wurde, entstehen nun mehrere kleinere Versorgungspunkte im Feld. Wer das früh in der Konstruktion berücksichtigt, kann Leitungen, Klemmen und Schaltschrankfläche einsparen.
Wo die Grenzen der dezentralen Versorgung liegen
Die neuen Geräte sind ausdrücklich für kleinere Verbraucher ausgelegt. Wo mehrere hundert Watt oder große Verbrauchergruppen zu versorgen sind, bleiben leistungsstärkere Modelle wie die bestehenden FIEPOS Varianten mit 360 W und 600 W die naheliegende Wahl. Dezentralisierung ist deshalb kein pauschales Rezept, sondern eine Frage der Aufteilung: Je feiner die Versorgungspunkte, desto mehr Einzelgeräte müssen installiert, angeschlossen und im Fehlerfall geprüft werden.
Hinzu kommt, dass Komponenten im Feld anderen Belastungen ausgesetzt sind als im geschlossenen Schaltschrank. Schutzart, Umgebungstemperatur, Reinigungsmedien und mechanische Beanspruchung sollten deshalb vor der Auswahl konkret geprüft werden. Auch die Absicherung und die Einbindung in das übergeordnete Sicherheitskonzept gehören in diese Betrachtung – sie entscheiden darüber, ob ein dezentrales Konzept im Alltag tatsächlich einfacher ist als die zentrale Lösung.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Für die konkrete Planung lohnt es sich, den tatsächlichen Leistungsbedarf je Versorgungspunkt zu ermitteln und nicht pauschal zu dimensionieren. Die neuen 100-W- und 200-W-Modelle decken Sensoren, Aktoren, dezentrale I/O-Module und kleinere Steuerungssysteme ab, wie sie etwa in Smart-Manufacturing- und Intralogistikanwendungen vorkommen. Entscheiden Sie dann, ob ein oder zwei Ausgänge sinnvoll sind und ob eine NEC-Class-2-konforme Ausführung für Ihre Zielmärkte erforderlich ist.
Prüfen Sie außerdem, welche Schutzart Ihre Einbausituation verlangt und ob Sie Diagnosefunktionen über IO-Link nutzen möchten. Wird die Stromversorgung fernüberwacht, lässt sich daraus eine vorausschauende Wartung ableiten; ohne entsprechende Anbindung bleibt es bei der reinen Versorgungsfunktion. Und schließlich gehört die Frage dazu, wie sich das Gesamtsystem erweitern lässt: Ein modularer Aufbau mit Versorgung direkt an der Last zahlt sich vor allem dann aus, wenn Anlagen später wachsen oder umgebaut werden sollen.
Mit dem erweiterten FIEPOS Portfolio stärkt PULS seine Position im Markt für industrielle DC-Stromversorgung – sowohl für den Schaltschrank als auch für dezentrale Anwendungen direkt im Feld. Weitere Informationen zu den neuen Stromversorgungen der FIEPOS Low Power Serie finden Sie auf der Produktseite des Herstellers unter „24 V IP65 & IP67 Netzteile | FIEPOS Low Power 100 W bis 200 W“.
Bildquellen im Artikel
- Neues PULS 100-W-Field-Power-Supply mit NEC-Class-2-Ausgang: Bildquelle: PULS GmbH