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Satellitenproduktion in Berlin-Charlottenburg: Ein Meilenstein für den New-Space-Markt

In Berlin-Charlottenburg entsteht ein neues Zentrum der Satellitenfertigung: Das deutsch-US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Planet Labs errichtet auf rund 5.000 Quadratmetern eine Produktionsanlage für Satellitenkomponenten und Teleskope. Das Projekt ist Teil des wachsenden New-Space-Ökosystems und wird von Drees & Sommer SE, einem auf komplexe Bauvorhaben spezialisierten Beratungsunternehmen, geleitet. Die Anlage umfasst hochmoderne Labore, Reinräume und Büroflächen, in denen die nächste Generation von Erdbeobachtungssatelliten montiert und getestet werden soll. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage nach schnellen und präzisen Satellitendaten – etwa für Klimaforschung, Infrastruktur-Monitoring oder humanitäre Einsätze. Gleichzeitig signalisiert der Bau den Anspruch Berlins, sich als Hotspot der europäischen Raumfahrt zu etablieren. Der Standort am Kurfürstendamm wird zum European Space Hub ausgebaut, wodurch Fertigung, Engineering und Missionsbetrieb unter einem Dach vereint werden. Diese Investition stärkt nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern auch die technologische Souveränität Europas im Wettlauf um den Weltraum.

Hightech-Reinräume für die Pelican-Satellitenflotte

Das Herzstück der neuen Produktionsstätte sind Reinräume der ISO-Klassen 6 und 7. Hier werden künftig Komponenten für die Pelican-Satelliten gefertigt, die hochauflösende Bilddaten nahezu in Echtzeit liefern. Diese Daten ermöglichen es, Veränderungen auf der Erde schnell zu erkennen – von Naturkatastrophen über Umweltverschmutzung bis hin zu Schäden an kritischen Infrastrukturen. Die präzise Kontrolle von Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Partikelkonzentration ist entscheidend, um optische Systeme wie Teleskope und Kameras unter optimalen Bedingungen zu montieren. Drees & Sommer koordiniert dabei die Gewerke so, dass die strengen technischen Anforderungen dauerhaft erfüllt werden. Das internationale Projektteam arbeitet über mehrere Zeitzonen hinweg zusammen, um Termin- und Qualitätsziele zuverlässig umzusetzen.

Berlin als strategischer Knotenpunkt für New Space

Planet Labs wurde 2010 in San Francisco gegründet und ist seit über einem Jahrzehnt in Berlin präsent. Mit dem neuen European Space Hub erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten und plant, bis zu 70 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bedeutung des Standorts wird durch einen kürzlich abgeschlossenen Vertrag mit der Bundesregierung über Satellitenaufklärung im Wert von 240 Millionen Euro unterstrichen. Die Satellitenflotte von Planet Labs ist die weltweit größte ihrer Art und liefert Daten für vielfältige Anwendungen – von der Landwirtschaft über das Lieferketten-Monitoring bis zur Verteidigung. Ein Beispiel für den Nutzen der Daten ist die Analyse des Fischsterbens in der Oder im Jahr 2022, bei der Satellitenbilder erhöhte Chlorophyll-Konzentrationen bereits einen Monat vor dem Ereignis zeigten.

Der globale Wettlauf um den Weltraummarkt

Das Bauprojekt in Berlin ist Teil eines größeren Trends: Laut einer Studie von Roland Berger könnte sich der globale Weltraummarkt bis 2040 auf bis zu 2.000 Milliarden Euro vervierfachen. Um im Wettbewerb mit den USA und China zu bestehen, braucht Europa Investitionen in spezialisierte Standorte und ein neues Mindset. Drees & Sommer sieht sich als Gestalter dieser Zukunftsräume und bringt Expertise in Reinraum- und Laborbau ein. Die Fertigstellung des Projekts wird die europäische Raumfahrtkompetenz stärken und Berlins Position als Innovationsstandort festigen.

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