Stäubli lädt zum ersten North East European Robotics & Automation Summit nach Bayreuth
Am 19. und 20. November 2026 richtet Stäubli Robotics im Welcome Center in Bayreuth den ersten North East European Robotics & Automation Summit aus. Unter dem Leitthema „Shaping the Future of Smart Manufacturing“ treffen sich Entscheider, Maschinenbauer, Systemintegratoren und Anwender aus Nord-, Mittel- und Osteuropa. Der Summit ist zugleich das erste sichtbare Ergebnis einer neu gebündelten Vertriebsorganisation für diese Wachstumsmärkte. Im Mittelpunkt stehen Robotik, Digitalisierung, Physical AI und die Frage, wie sich Produktion wirtschaftlich und flexibel automatisieren lässt.
Ein Ansprechpartner für eine ganze Region
Der Summit ist kein isoliertes Ereignis, sondern die logische Folge einer strategischen Entscheidung. Stäubli Robotics hat die Vertriebsaktivitäten für Nord-, Mittel- und Osteuropa zusammengeführt und die Gesamtverantwortung für diese Wachstumsmärkte am Standort Bayreuth gebündelt. Damit verantwortet Geschäftsführer Peter Pühringer über seinen bisherigen Aufgabenbereich hinaus nun als Regional Robotics Director die strategische und operative Steuerung aller Länder dieser Region.
Hinter der Bündelung steht ein klares Ziel: Synergien innerhalb der europäischen Vertriebsorganisation sollen effizienter genutzt, länderspezifische Schnittstellen abgebaut und Entscheidungswege verkürzt werden. Gleichzeitig will das Unternehmen seine Marktpräsenz in den Fokusregionen nachhaltig stärken. Für international aufgestellte Anwender bedeutet das konkret: Technologie, Applikationskompetenz und Service kommen aus einer Hand, unabhängig davon, in welchem Land eine Anlage entsteht, erweitert oder umgerüstet wird.
„Ein Unternehmen, das in mehreren europäischen Ländern aktiv ist, kann ab sofort standortübergreifend auf einen Ansprechpartner vertrauen“, sagt Peter Pühringer. „Mit dem Summit machen wir diesen Vorteil zum ersten Mal erlebbar. Wir zeigen unser Lösungsportfolio an zwei Tagen an einem Ort und bringen Kunden, Partner und Experten aus allen Märkten der Region zusammen.“
Für Projektverantwortliche in der Fertigung ist dieser organisatorische Schritt durchaus relevant. Wer Standorte in mehreren Ländern betreibt, kennt das Problem unterschiedlicher Ansprechpartner, abweichender Reaktionszeiten und mehrfach geführter Abstimmungen. Eine einheitlich geführte Vertriebs- und Serviceorganisation verspricht hier schlankere Prozesse – vorausgesetzt, die technische Betreuung vor Ort bleibt erhalten und wird nicht durch zentrale Strukturen langsamer. Genau diesen Spagat zwischen Bündelung und Nähe zum Kunden will das Unternehmen mit der neuen Aufstellung auflösen.
Fachprogramm: humanoide Roboter, Maschinenverordnung und Physical AI
Den Auftakt am Donnerstag bildet eine Keynote von Simon Schmidt vom Fraunhofer IPA. Er beleuchtet den Entwicklungsstand humanoider Roboter und berichtet über aktuelle Erkenntnisse aus der angewandten Forschung. Damit setzt das Programm bewusst bei einem Thema an, das derzeit viele Produktionsverantwortliche beschäftigt: Wie weit sind humanoide Systeme tatsächlich, und wo verläuft die Grenze zwischen beeindruckendem Demonstrator und belastbarem Serieneinsatz?
Im Anschluss folgen Vorträge zur neuen Maschinenverordnung und zum Cyber Resilience Act sowie zur Logistikautomation. Beide Regelwerke wirken unmittelbar in die Praxis hinein. Die Maschinenverordnung verändert Anforderungen an Konformität und Dokumentation, der Cyber Resilience Act rückt Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus in den Mittelpunkt. Wer Maschinen und Anlagen in Europa in Verkehr bringt oder betreibt, muss diese Vorgaben in Entwicklung, Integration und Instandhaltung berücksichtigen. Ein Vortragsblock, der regulatorische Pflichten und technische Umsetzung zusammenführt, dürfte für viele Teilnehmende deshalb einen der konkreten Nutzwerte der Veranstaltung darstellen.
Ein Praxis-Panel zum Thema Physical AI bringt Maschinenbau, Softwareentwicklung und Endanwender an einen Tisch. Am Nachmittag wird diskutiert, in welchen Bereichen humanoide Systeme im Brownfield und im Greenfield tatsächlich sinnvoll einsetzbar sind. Die Unterscheidung ist wichtig: Bestehende Linien mit gewachsenen Strukturen, begrenztem Platz und gewachsener IT-Landschaft stellen andere Anforderungen als neu geplante Produktionsstätten. Wer heute in Automatisierung investiert, muss einschätzen können, ob eine Technologie in die eigene Umgebung passt oder ob sie dort an Grenzen stößt.
Ergänzt wird das Programm durch parallele Work Sessions zu konkreten Technologien. Dazu gehören die Inbetriebnahme mit der neuen Steuerungsgeneration, die automatisierte TCP-Vermessung und Praxiserfahrungen aus AGV-Installationen. In kurzweiligen Pitches stellen Integrationspartner zudem wegweisende Lösungen vor. Solche Formate sind erfahrungsgemäß dann besonders wertvoll, wenn sie nicht bei der Produktvorstellung stehen bleiben, sondern Fehlerquellen, Projektlaufzeiten und Betriebskosten offen ansprechen.
Freitag im Zeichen von Life Sciences, Food und Software
Der zweite Tag rückt Life Sciences, Food und Softwarethemen in den Mittelpunkt. Auf der Agenda stehen digitale Zwillinge und virtuelle Inbetriebnahme, KI-gestützte Qualitätsprüfung in der Lebensmittelproduktion, Hospitality Food sowie neue Automatisierungskonzepte für die Pharmawelt. Damit adressiert der Summit Branchen, in denen Automatisierung nicht allein unter Effizienzgesichtspunkten betrachtet wird, sondern auch unter Hygiene-, Dokumentations- und Validierungsanforderungen.
Ein Live-Talk mit Stäubli und robominds unter dem Titel „AI Made in Bavaria: From Vision to Intelligence“ zeigt, wie aus der Vision eines selbstlernenden Kamerasystems robobrain® wurde. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI, Sensordatenfusion und Robotik gemeinsam neue Maßstäbe in der industriellen Automation setzen. Für Anwender ist das insofern interessant, als sich daran nachvollziehen lässt, welche Schritte zwischen Forschungsansatz und industrieller Nutzbarkeit liegen – von der Datenaufnahme über das Training bis zur Absicherung im laufenden Betrieb.
Beide Tage zusammen decken damit ein breites Spektrum ab: von regulatorischen Pflichten über Softwarewerkzeuge bis zu konkreten Applikationen in sensiblen Produktionsumgebungen. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, welche Themen in den kommenden Jahren auf die eigene Fertigung zukommen, findet hier ein kompaktes Programm an einem Ort – ohne Reisetätigkeit zwischen mehreren Fachmessen.
Zwei Application Arenas: Technik zum Anfassen
Zusätzliche Anziehungskraft entfalten die Live-Demonstrationen in zwei Application Arenas. Im Bereich General Industry zeigt Stäubli zusammen mit führenden Anbietern und Integratoren aus verschiedenen Ländern wegweisende Automatisierungslösungen. Dazu zählen KI-gestützte Bildverarbeitung und Bin Picking, das CNC Technology Package sowie mobile Roboterlösungen für die Intralogistik.
Die Arena Life Sciences widmet sich Isolator-Anwendungen, aseptischen Prozessen, Anwendungen aus der Diagnostik sowie der Lebensmittelverarbeitung mit Robotern in Hygienic-Design-Ausführung. Bei einigen dieser Applikationen setzen die Technologiepartner von Stäubli konsequent auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Welche Vorteile sich daraus für den Anwender ergeben, lässt sich auf dem Event unmittelbar beobachten – etwa bei der Erkennung schwer greifbarer oder unregelmäßig angeordneter Teile.
Gerade der Vergleich von Vorführung und realem Fertigungsumfeld ist für Investitionsentscheidungen hilfreich. Auf Messen und Summits werden häufig Idealbedingungen gezeigt; im Werk entscheiden Taktzeit, Werkstücktoleranz, Reinigungsaufwand und die Verfügbarkeit von Fachpersonal über den Erfolg. Gespräche mit Integratoren und Anwendern aus anderen Ländern können hier frühzeitig Risiken sichtbar machen, die in der eigenen Planung sonst erst spät auffallen.
Netzwerk über Ländergrenzen hinweg
Neben dem Fachprogramm ist bewusst viel Zeit für den Austausch eingeplant, um Kontakte über Märkte und Branchen hinweg zu knüpfen. Genau dieser Dialog ist erklärter Teil des Konzepts: Anwender aus unterschiedlichen Ländern sollen voneinander lernen und Lösungsansätze übertragen können. Unterschiedliche Marktbedingungen in Nord-, Mittel- und Osteuropa führen zu unterschiedlichen Herangehensweisen – sei es bei Lohnkosten, Automatisierungsgrad, Fachkräftesituation oder Förderprogrammen. Ein Blick über die eigene Landesgrenze kann daher neue Optionen eröffnen.
„Der Summit ist mehr als eine Veranstaltung. Er ist eine Plattform für überregionale Zusammenarbeit und Innovationsführerschaft“, so Pühringer. „Wir wollen zeigen, wie sich technologische Kompetenz ausbauen und bündeln lässt, und gleichzeitig deutlich machen, dass Stäubli als Partner enger an seinen Kunden ist als je zuvor.“
Ob sich dieser Anspruch einlöst, wird sich nicht zuletzt daran messen lassen, wie konkret die Gespräche vor Ort werden. Wer mit einer eigenen Fragestellung anreist – etwa zur Umrüstung einer bestehenden Linie, zur Auswahl eines Robotertyps oder zur Absicherung gegen Cyberangriffe – kann den Rahmen besser nutzen als bei einem reinen Vortragsbesuch. Eine Vorbereitung mit zwei oder drei klar formulierten Fragen erhöht den praktischen Ertrag erfahrungsgemäß deutlich.
Termin, Anmeldung und Teilnahme
Der erste North East European Robotics & Automation Summit findet am 19. und 20. November 2026 im Stäubli Welcome Center in Bayreuth statt. Anmeldeschluss ist der 6. November 2026. Die Agenda und das Anmeldeformular stellt Stäubli über seine Solutions-Plattform unter solutions.staubli.com bereit.
Für Unternehmen, die ihre Produktion in den kommenden Jahren automatisieren oder bestehende Anlagen erweitern wollen, bietet die Veranstaltung damit einen kompakten Überblick über Technik, Regulatorik und Branchenlösungen. Wer sich früh anmeldet, sichert sich nicht nur einen Platz, sondern auch die Möglichkeit, im Vorfeld Gesprächstermine mit den anwesenden Integrationspartnern und Fachleuten abzustimmen. Angesichts der begrenzten Kapazität eines Welcome Centers ist eine frühe Registrierung sinnvoll.
Bildquellen im Artikel
- Robotik-Gipfel 2026: Smarte Fertigung in Nordosteuropa: Bildquelle: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics