Umfrage sieht Sofortbilder bei 18- bis 29-Jährigen vor digitalen Fotos und KI-Bildern
Für besondere Erinnerungen greifen junge Erwachsene in Deutschland einer aktuellen Umfrage zufolge am ehesten zum Sofortbild, noch vor digitalen Fotos, klassischen Fotoabzügen und KI-generierten Bildern. Auftraggeber der Erhebung ist FUJIFILM instax, ein Anbieter von Sofortbildkameras, durchgeführt hat sie das Meinungsforschungsinstitut Civey. Befragt wurden bundesweit 2.000 Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Die Zahlen zeigen, welche Rolle physische und digital erzeugte Bilder in dieser Altersgruppe spielen.
Vier Bildarten mit sehr unterschiedlicher Entstehung
Die Umfrage stellt vier Arten von Bildern gegenüber, die auf verschiedene Weise entstehen. Das Sofortbild entsteht direkt beim Auslösen, die Aufnahme wird sofort zu einem physischen Bild, das in der Hand liegt. Der klassische Fotoabzug geht den umgekehrten Weg, er wird erst nachträglich erstellt und setzt voraus, dass Bilder ausgewählt und gedruckt werden. Digitale Fotos liegen über das Handy jederzeit vor, ohne dass ein Druckvorgang nötig ist. KI-generierte Bilder werden auf Knopfdruck erzeugt und verändert, sie entstehen nicht durch eine Aufnahme im Moment. Diese vier Varianten hat Civey den 18- bis 29-Jährigen zur Bewertung vorgelegt.
Bei besonderen Momentaufnahmen liegt das Sofortbild deutlich vorn
47 Prozent der Befragten verbinden besondere Momentaufnahmen am ehesten mit Sofortbildern. Digitale Fotos nennen an dieser Stelle 31 Prozent, klassische Fotoabzüge 15 Prozent, KI-generierte Bilder 5 Prozent. Das Sofortbild wird damit rund dreimal so häufig mit besonderen Momenten verbunden wie der gedruckte Abzug. KI-generierte Bilder liegen am unteren Ende der Skala, obwohl sie sich am schnellsten erzeugen und beliebig verändern lassen.
Die Mitteilung von FUJIFILM instax liest das Ergebnis als Kontrast zu gängigen Erwartungen. Ausgerechnet eine Generation, die mit digitalen Technologien und künstlich erzeugten Bildern selbstverständlich umgeht, verbinde besondere Momente vor allem mit Bildern, die tatsächlich im Augenblick entstehen. Während KI Bilder auf Knopfdruck erzeugen und verändern könne, stehe das Sofortbild für den echten, im Moment entstandenen Augenblick. Diese Einordnung stammt vom Auftraggeber der Umfrage, der selbst Sofortbildkameras verkauft.
Spontane Momente: ein Prozentpunkt Unterschied
Bei der Frage, womit sich spontane, ungestellte Momente einfangen lassen, liegen Sofortbild und digitales Foto fast gleichauf. 43 Prozent der Befragten sehen hier das Sofortbild vorn, 42 Prozent das digitale Foto. Klassische Fotoabzüge folgen mit 8 Prozent deutlich dahinter, was mit ihrer Entstehung zusammenhängt: Sie müssen zunächst ausgewählt und ausgedruckt werden und können den Augenblick nicht unmittelbar festhalten. Der Abstand zwischen Sofortbild und digitalem Foto beträgt einen Prozentpunkt, der statistische Fehler des Gesamtergebnisses liegt laut der Mitteilung bei 2,5 Prozent.
Für das Sofortbild spricht in dieser Kategorie vor allem die Unmittelbarkeit. Das Bild ist fertig, sobald der Auslöser gedrückt wurde, es muss nicht gesichtet, ausgewählt oder in einen Druckauftrag überführt werden. Das digitale Foto punktet dagegen mit der dauerhaften Verfügbarkeit über das Handy. Dass beide Werte so dicht beieinanderliegen, zeigt, dass junge Nutzer die beiden Wege nicht als Gegensatz behandeln, sondern je nach Situation unterschiedlich einsetzen.
Emotionaler Erinnerungswert: gedruckte Bilder liegen vor digitalen
Beim emotionalen Erinnerungswert halten 38 Prozent der Befragten klassische Fotoabzüge für die passende Bildform, 34 Prozent nennen das Sofortbild und 23 Prozent das digitale Bild. Die beiden gedruckten Varianten liegen damit vorn, das rein digitale Foto hinten. Über alle drei abgefragten Kategorien hinweg fällt eine Besonderheit auf: Das Sofortbild ist der Studie zufolge die einzige Bildart, die bei den besonderen Momentaufnahmen, beim emotionalen Erinnerungswert und bei der Spontaneität jeweils am häufigsten oder zweithäufigsten genannt wird. In keiner der drei Fragen fällt es damit aus dem vorderen Feld, während digitale Fotos und klassische Abzüge je nach Frage zwischen Platz eins und Platz drei wechseln.
Was Nutzer an Sofortbildkameras schätzen
48 Prozent der Befragten nennen als Reiz der Sofortbildkamera, Erinnerungen greifbar zu machen. 47 Prozent schätzen daran, spontane Momente festzuhalten. Jeweils etwa vier von zehn Befragten nennen die Möglichkeit, Bilder direkt zu verschenken (43 Prozent), das Kreieren eines Einzelstücks (40 Prozent) und den nostalgischen Charakter (40 Prozent). Die genannten Gründe verweisen fast alle auf Eigenschaften, die ein digitales Bild nicht hat: Es lässt sich nicht weitergeben, ohne dass Kopien angefertigt werden, und es ist kein Unikat.
Im Alltag ist die Sofortbildkamera einer breiten Nutzung nach verankert. Rund die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen hat bereits auf Partys, bei Familienfeiern oder bei Treffen mit Freunden zur Sofortbildkamera gegriffen. Auch auf Reisen und Hochzeiten sind die Kameras weit verbreitet. Damit reicht die Nutzung über einzelne Anlässe hinaus und umfasst sowohl private Feiern als auch unterwegs entstandene Aufnahmen.
Was der Anbieter aus den Zahlen ableitet
Stephan Althoff, bei FUJIFILM für Product Marketing sowie Event- und Retail-Marketing zuständig, sagt zu den Ergebnissen: „Das bricht mit dem gängigen Klischee einer Generation, die Erlebnisse nur über Smartphone, Feed und Cloud festhält und zeigt, wie stark der Wunsch nach echten, spontanen und physischen Momenten gerade unter jungen Menschen ist.“ In der Mitteilung heißt es weiter, in einer Zeit, in der KI Bilder innerhalb von Sekunden erzeugen, verändern und scheinbar perfekte Momente erschaffen könne, bekomme das echte Sofortbild eine neue Bedeutung, weil es für einen Moment stehe, der tatsächlich so passiert sei. Es handelt sich um die Einschätzung des Auftraggebers, der Sofortbildkameras verkauft.
Anlage der Umfrage
Civey hat für die Erhebung bundesweit 2.000 Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren befragt, der Zeitraum lag zwischen dem 10. und dem 19. Juli 2026. Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 2,5 Prozent. Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf diese Altersgruppe und lassen keine Rückschlüsse auf ältere Jahrgänge zu.
Bildquellen im Artikel
- Fotografie aus Sicht der Gen Z: Bildquelle: FUJIFILM instax[TM]/Fotograf: FUJIFILM instax[TM]