KI für Mediennetzwerk - Für mehr Austausch zu KI-Themen in der Medienbranche © BR

BR-Befragung zeigt hohe Kooperationsbereitschaft beim KI-Einsatz in Medienhäusern

Medienunternehmen im deutschsprachigen Raum setzen künstliche Intelligenz inzwischen regelmäßig ein. Eine Online-Befragung des AI for Media Network des Bayerischen Rundfunks unter seinen Mitgliedern zeigt eine überwiegend befürwortende Haltung, benennt zugleich aber Risiken und fehlende Kompetenzen. Besonders deutlich fällt der Wunsch nach Zusammenarbeit aus: 91,7 Prozent der Teilnehmer möchten im Bereich KI mit anderen Medienunternehmen kooperieren, 90,5 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen.

KI gehört in vielen Medienhäusern zum Alltag

Künstliche Intelligenz gehört in vielen Medienunternehmen der DACH-Region zum Arbeitsalltag. Mehr als 80 Prozent der Befragten nehmen in ihrem eigenen Haus eine befürwortende Haltung gegenüber der Technik wahr. Genutzt wird KI vor allem für Übersetzungen und Transkriptionen, für Recherche und Themenfindung sowie für die Produktion und Bearbeitung von Texten. Befragt wurden ausschließlich Mitglieder des AI for Media Network, das der Bayerische Rundfunk 2024 gegründet hat. Die Ergebnisse beschreiben damit die Einschätzung eines fachlich interessierten Kreises und nicht die der gesamten Branche.

Nachholbedarf bei technischer Integration und Datenkompetenz

Die Befragten sehen Nachholbedarf vor allem bei der technischen Integration von KI und bei der Datenkompetenz. Für einen erfolgreichen Einsatz braucht es aus ihrer Sicht neben technologischen Lösungen auch Know-how, geeignete Strukturen und gemeinsame Standards. Die Einschätzungen beruhen auf Angaben aus den Unternehmen selbst, nicht auf Messwerten. Zugleich bewerten die Teilnehmer KI als Chance und als Risiko für den Journalismus. Fehlende Kompetenzen und gemeinsame Standards werden damit als eigenständige Hürden neben den technischen Fragen benannt.

Chance und Risiko aus Sicht der Branche

Als Chancen nennen die Befragten Effizienzgewinne und die Entlastung von Routineaufgaben. Hinzu kommen neue journalistische Formate sowie bessere Möglichkeiten bei Analyse, Verifikation und Barrierefreiheit. Auf der Risikoseite stehen Desinformation und KI-Fakes, außerdem verzerrte Daten, der Verlust journalistischer Kompetenzen und Abhängigkeiten von großen Technologieunternehmen. Die genannten Gefahren reichen von einzelnen Inhalten über die Arbeitsweise in den Redaktionen bis zur Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Konkrete Zahlen zu Zeitersparnis, Kosten oder Qualität der Ergebnisse werden in der Mitteilung nicht genannt.

Was die Ergebnisse für das Publikum bedeuten

Die Befragung beschreibt den Arbeitsalltag in Medienhäusern, betrifft aber auch die Nutzer der Angebote. Wenn KI für Übersetzungen, Transkriptionen und die Produktion von Texten eingesetzt wird, wirkt sich das auf Inhalte aus, die beim Publikum ankommen. Zu den von den Befragten genannten Chancen zählt ausdrücklich die Barrierefreiheit. Zu den genannten Risiken gehören KI-Fakes und Desinformation, die sich an dasselbe Publikum richten. Die Erhebung liefert dazu Einschätzungen aus der Branche, keine Messwerte zur tatsächlichen Verbreitung von KI-Inhalten.

Zusammenarbeit als zentrale Antwort

Der Wunsch nach Kooperation ist deutlich ausgeprägt. 91,7 Prozent der Befragten möchten im Bereich KI mit anderen Medienunternehmen zusammenarbeiten, 90,5 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Damit wird Zusammenarbeit zu einer der wichtigsten Antworten der Branche auf die Herausforderungen durch KI. Die Bereitschaft zur Kooperation innerhalb der eigenen Branche und zur Zusammenarbeit mit der Forschung ist nahezu gleich stark ausgeprägt.

Wer hinter der Befragung steht

Die Online-Befragung führte das AI for Media Network des Bayerischen Rundfunks gemeinsam mit Dr. Sina Thäsler-Kordonouri von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Jonas Schützeneder von der Universität der Bundeswehr München und Prof. Dr. Michael Graßl von der Hochschule Magdeburg-Stendal durch. Zwischen dem 13. Februar und dem 24. März 2026 nahmen 204 Mitglieder des Netzwerks teil. Das AI for Media Network wurde 2024 gegründet und hat sich nach Angaben des Bayerischen Rundfunks zu einem der wichtigsten Netzwerke für KI und Journalismus in der DACH-Region entwickelt. Nach eigenen Angaben zählt es inzwischen mehr als 1.400 Mitglieder. Die Befragung unter 204 Mitgliedern bescheinigt dem Netzwerk eine hohe Zufriedenheit. Besonders geschätzt werden demnach praxisnahe Impulse, der fachliche Austausch und der Zugang zu Experten.

Netzwerk und kommende Veranstaltungen

Für den weiteren Austausch sind zwei Veranstaltungen angekündigt. Am 29. September findet bei der dpa in Berlin ein Meetup zum verantwortungsvollen KI-Einsatz statt. Vom 23. bis 25. November folgt in München ein AI for Media Hackathon, der die Entwicklung von Anwendungen für den Journalismus fördern soll. Weitere Informationen zum Netzwerk stellt der Bayerische Rundfunk unter https://aiformedia.network/ bereit. Die vollständigen Ergebnisse der Befragung zur KI-Nutzung in der Medienbranche sind nach Angaben des Senders ebenfalls abrufbar.

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