Erlebnis-Lern-Truck zeigt Schülern im Ortenaukreis Berufe der Industrie 4.0
In vernetzten Fabriken sind neben Maschinenbauern und Mechatronikern zunehmend auch IT-Fachkräfte gefragt, etwa Programmierer oder User-Experience-Entwickler. Wie der Arbeitsalltag in solchen Betrieben aussieht und welche Schritte ein Produkt vom Prototyp bis zur Logistik durchläuft, zeigt der Erlebnis-Lern-Truck DISCOVER INDUSTRY. Die mobile Ausstellung ist ein Baustein des Bildungsprogramms COACHING4FUTURE und macht im Oktober an drei Schulen im Ortenaukreis Station. An fünf Stationen durchlaufen angemeldete Schulklassen ab der achten Jahrgangsstufe die Entstehung eines Produkts und erhalten Einblicke in MINT-Berufe.
Digitalisierung prägt die Berufsbilder der Industrie
In der Industrie 4.0 gibt die Digitalisierung längst den Ton an. Wer in vernetzten Fabriken arbeitet, hat es mit digitalen Modellen, programmierbaren Anlagen und Bauteilen zu tun, die sich eindeutig identifizieren lassen. Gesucht werden deshalb neben Maschinenbauern und Mechatronikern auch IT-Fachkräfte wie Programmierer oder User-Experience-Entwickler. Der Truck greift diese Entwicklung auf und will Schülern ab der achten Jahrgangsstufe Einblicke in MINT-Berufe geben, also in Berufe rund um die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Das Programm soll ihnen nach Angaben der Veranstalter bei der Entscheidung helfen, ob ein solcher Beruf zu ihnen passt.
Das Angebot richtet sich an angemeldete Schulklassen. Getragen wird es von der Baden-Württemberg Stiftung, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, die sich auf diese Weise gemeinsam für den Fachkräftenachwuchs einsetzen. DISCOVER INDUSTRY ist seit über zehn Jahren Teil des landesweiten Bildungsprogramms COACHING4FUTURE und reist als rollende Lern- und Mitmachausstellung zu den Schulen.
Drei Stationen im Ortenaukreis im Oktober
Im Oktober macht die Ausstellung an drei Schulen im Ortenaukreis Halt. Am Donnerstag und Freitag, 8. und 9. Oktober, ist sie in Schwanau an der Bärbel-von-Ottenheim-Gemeinschaftsschule zu Gast, als Stellplatz dient der Parkplatz der Rheingauhalle. Am Montag und Dienstag, 12. und 13. Oktober, folgt die Franz-Rapp-Schule in Oppenau, wo der Truck auf dem Parkplatz des Freibads steht. Von Montag bis Mittwoch, 19. bis 21. Oktober, endet der Besuch im Ortenaukreis am Einstein-Gymnasium in Kehl, das den Schulhof als Stellplatz zur Verfügung stellt. Die Termine richten sich an vorab angemeldete Klassen.
Fünf Stationen vom 3D-Scan bis zur virtuellen Lagerhalle
Im Truck schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle von Gründern, die ein neues Produkt entwickeln wollen. Begleitet werden sie von den Coaches Kathrin Graw, Chemielaborantin, dem Biochemiker Markus Döring und dem Chemielaboranten Marco Umstätter. Mit einem Tablet halten die Schüler ihre Ergebnisse in einer Mindmap fest und arbeiten anschließend fünf Meilensteine der Produktentstehung ab. Zuerst wandeln sie mit einem 3D-Scanner Objekte in digitale Modelle um. Danach prüfen sie verschiedene Materialien mit einem Digitalmikroskop auf Fehler oder erstellen Prototypen mit einem 3D-Drucker.
An der dritten Station programmieren die Jugendlichen einen Industrieroboter mit Koordinaten. Anschließend erleben sie, wie die smarte Fabrik funktioniert, indem sie eine Anlage programmieren, die Dosen mithilfe von RFID-Chips individuell befüllt. Zum Schluss montieren sie mit einer VR-Brille Bauteile an einen Motor in einer virtuellen Lagerhalle. Bei einer freien Erkundungstour durch die Ausstellung lassen sich weitere Hightech-Anwendungen ausprobieren, etwa das Warten einer Motorsäge mit Augmented Reality oder der Zusammenbau eines PCs mit einer KI-gestützten Datenbrille.
Workshops zu Konstruktion, KI und Bionik
Im Obergeschoss des Trucks vertiefen Workshops einzelne Themenfelder. Unter Anleitung der Coaches lernen die Schüler die Arbeit von Konstrukteuren kennen und erstellen mit einem professionellen CAD-Programm Entwürfe für kleine Handkreisel, sogenannte Fidget-Spinner, die anschließend an einem 3D-Drucker produziert werden können. In einem anderen Format trainieren die Jugendlichen selbst ein visuelles KI-System und bringen ihm bei, verschiedene Objekte zu unterscheiden. In einem zweiten Schritt erstellen sie eine KI-gestützte Anleitung für die Montage eines Skateboards.
Der Bionik-Workshop zeigt, wie die Natur bei technischen Fragestellungen helfen kann. Aus Kabelbindern, elastischen Schaumstoffrollen und programmierbaren Mikrokontrollern entsteht ein Roboterarm nach dem Vorbild eines Elefantenrüssels, der sich später mit dem Smartphone steuern lässt. Informationen zu Karrierechancen und zu den Wegen in einen technischen Beruf ergänzen das Programm.
Karrierenavigator unterstützt die Berufswahl
Die Wahl eines Berufs stellt Jugendliche und ihre Eltern oft vor große Herausforderungen. Wo liegen die Talente, und welcher Weg ist der richtige? Die Plattform www.coaching4future.de bündelt dazu zahlreiche Hilfsmittel. Mit dem interaktiven Karrierenavigator können junge Menschen ihre Interessen testen und mit passenden Bildungswegen in der dualen Ausbildung, an Berufskollegs oder an Hochschulen abgleichen. Praktische Tipps helfen Familien, überzeugende Bewerbungen zu verfassen. Eine Brücke zur Praxis schlägt das Portal mit Netzwerkunternehmen, die dort ihre freien Ausbildungs- und dualen Studienplätze aus den MINT-Fächern präsentieren.
Bildquellen im Artikel
- Jugendliche digitalisieren Objekte per 3D-Scanner: Bildquelle: DISCOVER INDUSTRY des Programms COACHING4FUTURE