Trenkwalder richtet sich mit „Let Europe work“ neu aus und setzt auf KI im Personalmarkt
Die Trenkwalder Group stellt ihr Geschäftsmodell neu auf. Unter dem Leitgedanken „Let Europe work“ will sich das Unternehmen nach eigenen Angaben von einem klassischen Personaldienstleister zu einem Anbieter moderner Workforce Solutions entwickeln. Mehr als 40 Jahre Arbeitsmarktexpertise sollen mit digitalen Technologien, datenbasierten Prozessen und künstlicher Intelligenz verbunden werden, um Unternehmen und Talente in Europa schneller zusammenzubringen. Konkrete Produkte, Preise oder Starttermine nennt das Unternehmen in seiner Ankündigung nicht.
Vom Personaldienstleister zur paneuropäischen Plattform
Die Neuausrichtung geht nach Darstellung von Trenkwalder über klassische Personaldienstleistungen hinaus. Mit „Let Europe work“ entwickelt das Unternehmen eine paneuropäische Workforce-Plattform, die Talente, Unternehmen und Arbeitsmärkte nach eigenen Angaben intelligent vernetzt. Kompetenzen sollen dadurch schneller und grenzüberschreitend dort verfügbar werden, wo sie den größten Nutzen bringen. Wie diese Plattform technisch aufgebaut ist und wann sie welche Funktionen erhält, bleibt in der Mitteilung offen.
Als Begründung verweist das Unternehmen auf eine grundlegende Veränderung des Arbeitsmarktes. „Der Arbeitsmarkt verändert sich grundlegend. Unternehmen benötigen heute weit mehr als die Besetzung einzelner Stellen. Gefragt sind Lösungen, die Personal, Prozesse und Technologie intelligent miteinander verbinden“, sagt Mark Pollok, CEO der Trenkwalder Group.
Was hinter der Neuausrichtung steht
Nach Angaben des Unternehmens reagiert Trenkwalder damit auf eine zunehmende Komplexität des Arbeitsmarktes. Genannt werden Fachkräfteengpässe, der demografische Wandel und steigende Anforderungen an Flexibilität, die Unternehmen in ganz Europa vor Herausforderungen stellen. Zugleich sollen moderne Technologien neue Möglichkeiten eröffnen, Personalbedarfe frühzeitiger zu erkennen, Prozesse effizienter zu steuern und Talente gezielter mit passenden Einsatzmöglichkeiten zusammenzubringen.
Für Bewerber und Unternehmen bedeutet das nach der Ankündigung eine Verschiebung der angebotenen Leistungen. Standen bislang vor allem Vermittlung und Überlassung im Vordergrund, rücken nun stärker datenbasierte Workforce-Steuerung, Talentmobilität, Prozessoptimierung und digitale Services in den Mittelpunkt. Diese Bereiche sollen Unternehmen entlang ihrer gesamten Personal- und Transformationsherausforderungen begleiten. Verbindliche Angaben dazu, welche Kundengruppen zu welchen Konditionen diese Leistungen nutzen können, macht das Unternehmen nicht.
KI und Daten sollen das Matching verbessern
Technologie spielt nach Unternehmensangaben bereits heute eine zentrale Rolle innerhalb der Trenkwalder Group. Digitale Lösungen, intelligente Datenmodelle und KI-gestützte Prozesse sollen dabei helfen, Entscheidungen schneller zu treffen, Abläufe zu vereinfachen und die Qualität von Matching- und Workforce-Prozessen kontinuierlich zu verbessern. Ziel sei es, die Stärken menschlicher Expertise mit den Möglichkeiten moderner Technologie zu verbinden und so einen spürbaren Mehrwert für Kunden und Kandidaten zu schaffen. Belege oder Kennzahlen für diesen Mehrwert nennt die Mitteilung nicht.
Pollok beschreibt die Investitionen in diesem Bereich als gezielt: „Unsere Branche befindet sich im Wandel. Die Erwartungen von Unternehmen verändern sich ebenso wie die Möglichkeiten, die Technologie heute bietet. Wir investieren deshalb gezielt in Innovation, Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Nicht, um den Menschen zu ersetzen, sondern um unsere Expertise wirksamer zu machen und unseren Kunden noch bessere Lösungen anzubieten.“ Damit ordnet der CEO den KI-Einsatz ausdrücklich als Unterstützung der eigenen Arbeit ein und nicht als Ersatz für Personal.
Neue Schwerpunkte neben dem Recruiting
Mit „Let Europe work“ baut Trenkwalder diesen Ansatz nach eigener Darstellung konsequent weiter aus. Im Mittelpunkt stehen integrierte Workforce-Lösungen, die Unternehmen entlang ihrer Personal- und Transformationsherausforderungen begleiten sollen. Neben Recruiting und Personaldienstleistungen gewinnen aus Sicht des Unternehmens datenbasierte Workforce-Steuerung, Talentmobilität, Prozessoptimierung und digitale Services an Bedeutung. Wie sich diese Angebote im Einzelnen von bestehenden Dienstleistungen abgrenzen, bleibt in der Ankündigung offen.
15 Länder und rund 200 Standorte als Basis
Als Grundlage für die erweiterten Leistungen verweist das Unternehmen auf seine Reichweite. Trenkwalder ist nach eigenen Angaben in 15 Ländern vertreten und betreibt rund 200 Standorte. Zusammengenommen mit mehr als 40 Jahren Erfahrung soll diese Kombination lokale Arbeitsmarktexpertise mit paneuropäischer Präsenz verbinden. Auf dieser Basis will das Unternehmen Firmen bei der Gewinnung, dem Einsatz und der Entwicklung von Talenten unterstützen und nach eigenen Worten die Zukunft der Arbeit aktiv mitgestalten.
„Let Europe work beschreibt unseren Anspruch, Arbeit, Talente und Unternehmen besser miteinander zu vernetzen“, sagt Pollok. „Wir wollen die Möglichkeiten von Technologie nutzen, um Verbindungen zu schaffen, Prozesse zu beschleunigen und Menschen sowie Unternehmen noch erfolgreicher zusammenzubringen. Darin sehen wir unseren Beitrag für die Arbeitswelt von morgen.“
Eigentümer ist die Droege Group
Hinter Trenkwalder steht die Droege Group, ein 1988 gegründetes und vollständig in Familienbesitz befindliches Beratungs- und Investmenthaus. Das Unternehmen beschreibt sich als Spezialist für Transformationsprogramme mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, und verbindet nach eigener Darstellung seine Familienunternehmen-Struktur mit Kapitalstärke zu einem Family-Equity-Geschäftsmodell. Die Gruppe tätigt Direktinvestitionen mit Eigenkapital in Konzerntöchter und mittelständische Unternehmen in sogenannten Special Situations.
Die unternehmerischen Plattformen der Droege Group sind nach Unternehmensangaben an aktuellen Megatrends ausgerichtet, darunter Wissen, Konnektivität, Prävention, Demografie, Spezialisierung, Future Work und Shopping 4.0. Die Neuausrichtung von Trenkwalder lässt sich damit in das Feld „Future Work“ einordnen, das die Beteiligungsgruppe bereits als Schwerpunkt führt.
Bildquellen im Artikel
- Lasst Europa arbeiten: Bildquelle: Trenkwalder Personaldienste GmbH